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Tragbare Bodenstation KEAN erschließt neue Dimension der Konnektivität für hoch mobile Einheiten


Entwicklung der kompakten entfaltbaren Rucksack-Antenne von HPS geht mit DLR-Space Innovation Hub in die finale Phase

März 2026

2016. Die Welt der Satellitenkommunikation ist klein, überschaubar und spielt sich vor allem zwischen geostationären Positionen in 36.000 Kilometern Entfernung von der Erde und riesigen fest installierten Empfangsanlagen auf dem Boden ab. Auf darunter gelegenen Orbits ziehen nur einige wenige Satelliten für Satellitentelefonie und Navigation ihre einsamen Runden.

In dieser Zeit scheinbaren Stillstands beginnt beim Spezialisten für Antennentechnik der Satellitenkommunikation HPS in München die Entwicklung eines Produktes, das seiner Zeit weit voraus ist: KEAN, die kompakte entfaltbare Rucksackantenne für die Kommunikation von jedwedem Ort der Welt per Satellit. Die Nutzer: hoch mobile Einheiten ziviler wie auch hoheitlicher Provenienz sowie privatwirtschaftliche Interessenten wie Expeditionsleiter oder Korrespondenten international agierender Medien.

Über mehrere Etappen und mit Unterstützung aus dem ESA-ARTES-Programm wie auch aus dem nationalen DLR-Raumfahrtprogramm entwickelte HPS mit den Partnern von MTEX und BLACKWAVE, der Technischen Universität München und der Universität der Bundeswehr bei München das Labormuster mit folgenden Vorgaben:

  • Konformität zu Satellitenbetreibern (z.B. EUTELSAT, INTELSAT)
  • Ku-Band, 1.2 m Durchmesser, dazu auch X-band fähig, hohe Datenraten
  • Gesamtgewicht Kommunikationssystem, Elektronik, Batterie, Stativ, Rucksack-Tragesystem unter 25 kg
  • Inbetriebnahme in 15 Minuten vom Rucksacktransport bis zum Satellitenlink
  • Innovative, kybernetische Faltmechanik in Anlehnung an das Öffnen und Schließen von Blüten
  • Konstruktion und Definition serientauglicher Bauteile und Produktionsprozesse für einen schnellen Übergang zur Serienproduktion in größeren Stückzahlen
  • Modularer Aufbau, verschiedene Größen auf Wunsch möglich.

Schließlich bestand das Labormuster) in der Version KEAN II (Second Generation) die Probe aufs Exempel im harten Link-Test der Universität der Bundeswehr in München, im Linktest mit dem deutschen SatCom-Satelliten Heinrich Hertz, sowie im Handhabungstest im Gelände. Damit ist das angestrebte Ziel des Projektes in greifbare Nähe gerückt: die Entwicklung eines Prototyps als Komplettsystems zur mobilen bidirektionalen Satellitenkommunikation.

2026: In einem letzten Entwicklungsschritt von KEAN II zu KEAN III folgen nun noch Optimierungsschritte, die schließlich die Serientauglichkeit des Produktes begründen werden. Diese reichen von der Designoptimierung und weiteren Gewichtsreduktion über höhere Fertigungsgenauigkeit bei Einzelstück und Serienproduktion insbesondere bei den Leichtbau-Komposit-Lamellen und die vollständige Kombination und Integration moderner und robuster elektronischer Komponenten (Modem, Konverter, Verstärker) bis hin zu standardisierten Abnahmetests im Funktions- und Leistungsbereich. Diese finalen Verbesserungen vor der Einführung des Produkts wurden am 21. April 2026 durch das Förderprogramm Space Innovation Hub der Raumfahrtagentur im DLR beauftragt und sollen innerhalb von rund 15 Monaten mit der Lieferung eines Komplettsystems für einen finalen Praxistest durch Spezialkräfte der Polizei abgeschlossen sein.

HPS-CEO Ernst K. Pfeiffer: „Wir sind besonders stolz darauf, dass mit unserer Innovation KEAN einer der ersten Verträge einer voraussichtlich langen Liste von anstehenden Entwicklungs- und Lieferleistungen durch das neue Förderprogramm Space Innovation Hub des DLR mit unserem Hause HPS zustande kam. Nach vielen Jahren vorausschauender Planung und geduldiger wie steter Verbesserungen werden wir so 2027 in der Position sein, den Markt der Satellitenkommunikation hoheitlicher und ziviler Art genau zu Beginn der ersten großen Nachfragewelle mit einem perfekten Produkt zu bedienen. Wir danken dem BMFTR in Berlin, der DLR-Raumfahrtagentur in Bonn und der Universität der Bundeswehr in München für ihre Unterstützung auf dem Weg zum Erfolg.“

KEAN II besteht die Probe


Januar 2024

KEAN II besteht die Probe auf´s Exempel im Test der Universität der Bundeswehr sowie im Gelände

KEAN, die integrierte entfaltbare Leichtbau Manpack Komplett-Antenne aus dem Hause HPS und seiner Entwicklungspartner, hat in der Version KEAN II (Second Generation) einen entscheidenden Reifeschritt nach vorn absolviert: die Probe aufs Exempel im harten Link-Test der Universität der Bundeswehr in München im Dezember 2023 sowie im Handhabungstest im Gelände. Damit ist das Ziel des Verbundprojektes von HPS in deutlich größere Nähe gerückt: die Entwicklung eines Komplettsystems zur bidirektionalen Satellitenkommunikation auf der Grundlage bereits von HPS geleisteter Vorentwicklungen und dieser Spezifikationen:

  • Konformität zu Satellitenbetreibern (z.B. EUTELSAT, INTELSAT)
  • Ku-Band, 1.2 m Durchmesser, dazu auch X- und Ka-band fähig
  • Inklusive Kommunikationssystem, Elektronik, Batterie, Stativ, Rucksack-Tragesystem
  • Gesamtgewicht <20 kg
  • Inbetriebnahme in unter 15 Minuten vom Rucksacktransport bis zum Satellitenlink
  • Innovative, kybernetische Faltmechanik in Anlehnung an das Öffnen und Schließen von Blüten
  • Konstruktion und Definition serientauglicher Bauteile und Produktionsprozesse für einen schnellen Übergang zur Serienproduktion in größeren Stückzahlen.

Partner im Projekt sind dabei:

  • Der System-Lieferant MTEX (Wiesbaden) mit Fokus auf Bodenstationen und Elektronik
  • Das Start-up Blackwave (Ottobrunn) mit der wirtschaftlichen Serienfertigung komplexer Carbonbauteile
  • Der Lehrstuhl für Carbon Composites (LCC) der Technischen Universität München für die Konzeption innovativer Extremleichtbau-Reflektorlamellen
  • Die Universität der Bundeswehr für die Definition der Nutzeranforderungen und die Durchführung der Antennen-Linktests mit Satelliten.

Die zusätzlichen Antennen-Einsatztests im unwegsamen Gelände in den bayerischen Alpen wurden durch kameraführende Drohnen engmaschig aus der Luft überwacht; sie sorgten für eine lückenlose Dokumentation der Herausforderungen, aber auch des Erfolgs dieser Tests. Videos dazu sind unter dem YouTube-Kanal von HPS verfügbar. Besonderes Augenmerk wurde bei den Tests auf Eigenschaften und Elemente wie diese gelegt:

  1. Tragekomfort im Gelände (gehen und laufen) bei unterschiedlicher Körpergröße
  2. Aufbau und Abbau auf Zeit in unwegbarer Umgebung (Gebüsch, Kies, Schnee)
  3. Geschwindigkeit bei Entfaltung und Einfaltung
  4. Handhabung durch ungeübte Testpersonen
  5. Windlast Verträglichkeit
  6. Handhabung bei Kälte (Anforderung: von -30o C bis +55 o C)
  7. Robuste Bauweise

Die Zielmärkte für Anwendungen der in dieser Art völlig neuen Technologie für Kommunikation über Satellit vor allem auf X-, Ku- und Ka-Band decken alle drei denkbaren Richtungen ab:

  • kommerziell, wie etwa journalistische Berichterstattung aus unwegsamem Gelände
  • institutionell, wie etwa Rettungs- und Katastrophenhilfe-Einsätze
  • militärisch, etwa für kleine fahrzeugunabhängig operierende Spezialkräfte ohne direkte Anbindung an die Basis voll ausgestatteter großer Einheiten
  • skalierbar, bis auf 3,6m auch für den mobilen Transport auf Kleinfahrzeugen.

Derzeit wachsen KEAN II jenseits der technischen Erfolge Flügel aus ganz anderer Richtung: Mit dem Großprojekt IRIS2 der Europäischen Kommission zur Etablierung absolut sicherer Konnektivität über eine eigene Multi-Orbit-Konstellation von mehreren Hundert Satelliten von LEO bis GEO bekommen all jene Anwendungsszenarien einen bedeutenden Schub, welchen bisher aufgrund der Abhängigkeit von nichteuropäischen Konstellationen und Einzelsatelliten nur eine sehr zögerliche Entwicklung attestiert wurde. Das gilt besonders für den institutionellen und den militärischen Markt, die nun beide in größere Dimensionen hineinwachsen.

Die letzte Entwicklungsstufe wurde im Rahmen des Vorhabens namens ILKA gefördert vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klima aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

Lebensretter KEAN: Satellitenkommunikation „to go“


Juli 2021

Raumfahrtspezialisten schließen Innovationslücke für bedrohliche Situationen

Im Extremfall kann der Mensch eine gewisse Zeit auf vieles verzichten: auf Kleidung je nach Witterung monatelang, auf Nahrung etwa drei Wochen und auf Trinkwasser bis zu drei Tage. Nur eines braucht er dann wirklich dringend und sofort: Die Möglichkeit zur Kommunikation.

Dies gilt für alle lebensbedrohlichen Situationen ziviler sowie militärischer Natur, für Einsätze an vorderster Hilfsfront in Katastrophengebieten, aber auch für journalistische Berichterstattung aus abgeschnittenen Orten, für Expeditionen in abgelegenen Regionen, für polizei- und nachrichtendienstliche Spezialkräfte und verständlicherweise auch für militärische Einsätze.

 

Bislang dominieren am Markt der Kommunikationstechnik für vergleichbare Anwendungen Produkte mit eingeschränkter Reichweite, Schwachstellen für Störimpulse und/oder unhandlichen, nur von Fahrzeugen zu bewältigenden Dimensionen und Gewicht.

Um dies zu ändern, haben sich unter Konsortialführung des Münchner Raumfahrtspezialisten für Antennentechnik HPS (München) folgende Partner zusammengeschlossen:

  • Der Antennenhersteller MTEX (Wiesbaden) mit Fokus auf Bodenstationen
  • das Start-up Blackwave(Ottobrunn) mit der wirtschaftlichen Serienfertigung komplexer Carbonbauteile
  • der Lehrstuhl für Carbon Composites (LCC) der Technischen Universität München für die Konzeption innovativer Leichtbau-Reflektorlamellen
  • die Universität der Bundeswehr für die Definition der Nutzeranforderungen und die Durchführung der Antennen-Feldtests.

Ziel ist die Entwicklung eines Komplettsystems zur bidirektionalen Satellitenkommunikation auf der Grundlage bereits von HPS geleisteter Vorentwicklungen. KEAN aus dem Entwicklungsprogramm ILKA („Integrierte, entfaltbare Leichtbau Manpack Komplett-Antenne“) ist eine Rucksackantenne („Kompakte entfaltbare Rucksack-Antenne“) für Kommunikation „to go“ mit den folgenden Spezifikationen:

  • Konformität zu Satellitenbetreibern (z.B. EUTELSAT, INTELSAT)
  • Ku-Band, 1.2 m Durchmesser, dazu auch X-band fähig
  • Inklusive Kommunikationssystem, Elektronik, Batterie, Stativ, Rucksack-Tragesystem
  • Gesamtgewicht von unter 20 kg
  • Inbetriebnahme in unter 15 Minuten vom Rucksacktransport bis zum Satellitenlink
  • Innovative, kybernetische Faltmechanik in Anlehnung an das Öffnen und Schließen von Blüten
  • Konstruktion und Definition serientauglicher Bauteile und Produktionsprozesse für einen schnellen Übergang zur Serienproduktion in größeren Stückzahlen.

HPS, MTEX und BLACKWAVE bringen erhebliche Eigenmittel ein; die DLR-Raumfahrtagentur fördert über die Abteilung Telekommunikation das Projekt mit weiteren 670.000 Euro. Vom Start im April 2021 bis zum Beginn der Erprobungsphase im Herbst 2022 sind für die gesamte Entwicklung nur 18 Monate vorgesehen. Nach der Konzeptdefinition jetzt im Juli 2021 erfolgt die detaillierte Auslegung des Komplettsystems. Treiber des ehrgeizigen Zeitplans sind vor allem die bereits durch die erste Vorentwicklung des Systems ausgelösten kommerziellen und institutionellen Interessensbekundungen, unter anderem aus dem indo-pazifischen Raum.

Siehe auch unseren Kurzclip: Man Pack Ku-band Antenna for Mobile Special Operations