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HERA: High Noon in Deep Space


Dezember 2020

…und die Welt sieht über HPS-Antenne zu

Die ESA-Ministerratskonferenz 2019 hat für die deutsche Raumfahrtindustrie bekanntermaßen einen großen „Ruck“ gebracht, wie ihn Bundespräsident Herzog schon 1997 einforderte – und darüber hinaus einen, der wie einst die Mondlandung durch die ganze Welt gehen wird: Europa beteiligt sich mit HERA an der Übung einer ersten Verteidigungsmission der Erde gegen asteroide Aggressoren aus dem All. Die USA stellt den zweiten Satelliten. Und genau wie die Mondlandung vor einem halben Jahrhundert wird dieses Projekt die Menschen überall auf der Erde über die Bilder in seinen Bann ziehen, die HERA dann zeitversetzt ab ca. 2027 aus weit über zehn Millionen Kilometern Entfernung senden wird. Noch kurz vor Weihnachten 2020 ist HPS jetzt für Phase 1 der Antennenentwicklung von TAS-ES, bzw. OHB beauftragt worden.

Ein zentrales Element des HERA-Satelliten ist das Ka-band System aus dem Hause des deutschen Antennenspezialisten HPS (München): eine komplette Antenne mit 1,2 Metern Durchmesser aus hoch stabilen Kohlefasern, hoher Eigenfrequenz bei gleichzeitig guter Reflektivität und zudem von extrem geringen Gewicht. Für HPS, mit den Erfahrungen aus seinen großen Antennenprojekten z. B. der Missionen Euclid (ESA, direkter Auftraggeber TAS-SP) und Heinrich-Hertz (DLR, direkter Auftraggeber TESAT/OHB) ist die Antenne ein bewährtes Technologie-Terrain – ein großer Vorteil bei einer Mission, deren Startdatum 2024 unverrückbar feststeht. Damit bleiben netto nur noch 22 Monate vom Kick-off bis zur geforderten Auslieferung der Antenne im Oktober 2022 – ohne jede Reserve.

Am 15.09.2020 hat die ESA den Satellitenvertrag mit OHB Bremen unterschrieben. ThalesAlenia Space Spanien (TAS-SP) ist verantwortlich für das Kommunikationssystem und direkter Kunde der HPS GmbH, die ihrerseits auf INVENT (Braunschweig) als Hauptunterauftragnehmer für die „built-to-print“ Fertigung der Reflektorschale zählt. HPS´s Tochtertunternehmen in Rumänien wird bei der ingenieursmäßigen Entwicklung und mit Bauteilen wie z.B dem Sekundärreflektor beitragen.

Am 16.12.2020 hat HPS von TAS-SP die offizielle Freigabe zur Phase 1 erhalten. Seit Monaten arbeiten bereits die Mitarbeiter am Design, um weiterhin den Puffer für den Zeitplan nicht zu gefährden.

HPS-CEO Ernst K. Pfeiffer dazu: „Unsere Beteiligung an dieser historischen Mission freut und ehrt uns sehr. Gerne bringen wir nicht nur unsere gewachsene Expertise als Antennenspezialisten, sondern auch wieder einmal den großen KMU-Vorteil ein – mit einem bis in die Haarspitzen motivierten Team, welches sofort und mit vollem Schub, loslegen kann. Wir werden den Zeitplan einhalten! Es ist phantastisch, dabei zu sein, wenn aus Science Fiction technologische Realität zum Wohl der gesamten Menschheit wird. Meine Mitarbeiter brennen auf diese Mission, für die wir deshalb auch Eigenmittel investieren, denn HERA wird auch den Wachstumskurs von HPS beflügeln.“